… und keiner geht hin. Letzten Sonntag war es wieder soweit – Weihnachtsbasteln im Kulturbahnhof. Mein Versuch, mich davor zu drücken, wurde durch einen Anruf meiner Schwester zunichte gemacht: „Du kommst doch nachher vorbei?“ Düstere Erinnerungen an die letzten Male keimten auf, wo ich planlos und gelangweilt in der Kälte herumsaß und mir der Nachwuchs mit seiner miesen Laune den Rest gab. Aber der war diesmal *aushäusig* – welche Chance! „Also fein, einmal im Jahr kann man ja unter Leute gehen“, dachte ich mir, was sich aber als unnötig herausstellte – denn außer mir war niemand gekommen.
Nun war das nicht unbedingt ein Nachteil. Da keiner da war, der betreut werden musste, beschlossen mein Schwesterlein und ich, etwas für den Aufschwung des familiären Imkereiartikelreisegewerbes zu tun. Während sie aus einem gerupften Weihnachtsbaum stachelige Kränze und Gestecke für selbstgegossene Bienenwachskerzen zusammenknotete, entschloss ich mich nach eingehender aber ergebnisloser Lektüre der Bastelhefte, weihnachtliche Verpackungen für Honiggläser zu entwickeln.
Die Inspektion der vorhandenen Materialien und das Anfertigen einer professionellen Entwurfsskizze dauerten fast eine Stunde, zwei weitere verbrachte ich mit dem Optimieren des Gitternetzes und dem Anfertigen eines Prototyps. Ich will euch das natürlich nicht vorenthalten:

Die Materialliste:
- Zeichenkarton (300g/m²)
- Transparentpapier
- Skalpell
- Lineal
- Glitter
- schnell trocknender Leim
Inzwischen war noch eine Freundin zu uns gestoßen, die sich im Bemalen doofer Weihnachtsbaumkugeln übte.
Nachtrag: Die Künstlerin hat mir freundlicherweise noch ein Bild davon zur Verfügung gestellt [© Klee 2007]:

Nach einem völlig misslungenen Ausflug in die Papier-Weihnachtsbaum-Produktion, dessen Anblick ich euch erspare, widmete ich mich der Massenproduktion der Kistchen. Ich darf anmerken, dass ich mich nicht ein einziges Mal mit dem Skalpell geschnitten habe. Ok, ich habe mir mehrfach Finger mit Sekundenkleber zusammengeleimt, aber das ist ein geringer Preis wenn man bedenkt, welches hervorragende Produkt meine Eltern nun auf dem Weihnachtsmarkt zur Verschönerung ihrer schnöden Honiggläser anbieten können: handgefertigte und handsignierte, limitierte Unikate aus deutscher Fertigung, TADAA:

Fazit: Mit der richtigen Idee macht Basteln auch in der Kälte voll Spaß. Ich halte euch über die Vermarktung der Kisten auf dem Laufenden. Am 9.12. ist übrigens der nächste Weihnachtsbasteltermin. Und ich hab schon einen Plan…

unser honig ist alle, krieg ich welchen? mit toller weihnachtsverpackung natürlich. wenn möglich nicht in hellblau ;p
gruß, die freundin